REGIONALGELDMit Geld wird die Möglichkeit geschaffen, Leistungen nachzufragen und miteinander in Austausch zu treten. Wenn Geld als Regionalwährung nur in einer begrenzten Region gültig ist, intensiviert das die Nachfrage nach Leistungen in dieser Region. Auf diese Weise werden regionale Wirtschaftskreisläufe gestärkt. So genannte Regiogelder drücken Leistungen durch „Ersatzgeld“ aus. Als Einheit wird ein Wechselkurs zum Euro festgelegt. Anders als bei den Tauschringen steht die gewerbliche Orientierung der Teilnehmenden im Vordergrund. Das Regiogeld versucht, den Geldumlauf zu beschleunigen. Ein Beispiel: Der Chiemgauer ist die größte regionale Komplementärwährung in Deutschland. Erstmals wurden Chiemgauer im Januar 2003 ausgezahlt, initiiert durch ein Schülerprojekt der 10. Klasse der Waldorfschule Chiemgau in Prien. Das Chiemgauer Regiogeld funktioniert wie ein Gutschein-System oder bargeldloses Einkaufen. Ein Chiemgauer ist einen Euro wert. Für zwei Chiemgauer kann man sich etwa einen kleinen Laib Brot, eine Tageszeitung oder ein Glas Marmelade kaufen. Aber nur im Chiemgau, in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein. Das Regiogeld „Chiemgauer“ akzeptierten im Oktober 2008 bereits über 600 Unternehmen. Die Umsätze des Chiemgauer-Netzwerks lagen im ersten Jahr 2003 bei 70.000 Euro. 2008 wurden bereits vier Millionen Chiemgauer umgesetzt. Die Chiemgauer-Scheine sind rot, grün, blau, lila. Sie erinnern an Monopoly-Geld. Beim Chiemgauer geht es jedoch nicht darum, möglichst viel Geld anzuhäufen, sondern ihn auszugeben. Behält man einen Schein länger als drei Monate, muss man eine Verlängerungsmarke kaufen. Eine weitere Besonderheit der lokalen Währung ist der so genannte „Regionalbeitrag“ von fünf Prozent. Dieser Regionalbeitrag, der beim Rücktausch des Unternehmens abgezogen wird, kommt gemeinnützigen Vereinen (drei Prozent) und der Kostendeckung des Herausgebers (zwei Prozent) zugute. Inzwischen gibt es allein in Deutschland 28 Regionalwährungen, etwa 30 weitere sind in Planung.
Wertmarken oder Gutscheine; die Bereitschaft der Bevölkerung und des Einzelhandels
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