Erneuerbare Energien

Zum Leben brauchen wir Energie. Waschmaschine, Heizung und Auto werden nicht von Geisterhand betrieben. Der Energiesektor ist jedoch einer der größten CO2-Produzenten. Daran etwas ändern? In der aktuellen Energiepolitik ist davon oftmals nur wenig zu spüren. 82 Prozent der deutschen Energie werden aus fossilen Energieträgern erzeugt, Stein- und Braunkohle, Atomenergie, Erdgas und Erdöl zählen dazu. Nur 18 Prozent des Stromes werden bisher in Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen.

 

WAS IST DIE POSITION DER KLJB?

Die fossilen Energieträger sind in vielerlei Hinsicht problematisch. Kohle und Öl müssen verbrannt, das heißt vernichtet werden, um Strom zu erzeugen. Dabei entstehen die schädlichen Treibhausgase, allen voran CO2, welches der Hauptverursacher für den Klimawandel ist. Schon jetzt sind wir bei fast allen fossilen Energiequellen auf Importe angewiesen. Ein weiteres Problem ist die Endlichkeit dieser Rohstoffe, welche die Stromerzeugung in den nächsten Jahren deutlich teurer machen wird. Sich unabhängig von Importen und endlichen Rohstoffen zu machen, ist also unausweichlich.

 

Atomenergie ist zwar sehr CO2-arm, aber aus vielen Gründen keine saubere Lösung. Die Nutzung von radioaktivem Uran birgt ein unberechenbares Risiko für die Gesundheit der Menschen, da die radioaktive Strahlung krebserregend ist. Die Endlagerung des radioaktiven Atommülls ist noch immer ungeklärt. Aus diesen Gründen begrüßen wir den beschlossenen Atomausstieg, es darf auch zu keiner Verlängerung der Laufzeiten kommen.

 

Im Gegensatz zu den großen Energiekonzernen sehen wir auch keine Lösung in der Abscheidung und Lagerung von CO2 in unterirdischen Lagerstätten (Carbon Dioxide Capture and Storage, kurz CCS). Das CO2 braucht etwa 10.000 Jahre, bis es abgebaut wird. Eine Lagerung ohne hundertprozentige Sicherheitsgarantie, dass keine Lecke auftreten, halten wir für unverantwortlich. Desweiteren geht die Abscheidungstechnologie noch nicht über kleine Versuche hinaus, so dass Milliardeninvestitionen nötig sein werden. Und: Kohlekraftwerke sind keine saubere Energiequelle, daran würde auch CCS nichts ändern.

 

Wir unterstützen und fordern den Ausbau Erneuerbarer Energien (Wind- und Sonnenkraft, Biomasse sowie Wasserkraft und Geothermie). Die benötigten Rohstoffe sind nachwachsend (Biomasse) oder unendlich und kostenfrei vorhanden. Ein dezentraler Ausbau dieser Energiequellen kann uns auf Dauer saubere, sichere und kostengünstige Energie liefern. Dabei dürfen wir nicht vergessen: Die Energie muss nicht nur sauber sein, wir müssen auch effizient und sparsam mit ihr umgehen. Auf diesem Gebiet ist noch viel zu tun: Zum Beispiel ist es um die Energieeffizienz vieler Gebäude in Deutschland noch sehr schlecht bestellt. Die Heizungen sind veraltet, die Wärmedämmung schlecht bis gar nicht vorhanden. Wir fordern den Staat dazu auf, die Beseitigung dieser Missstände durch entsprechende Vorgaben zu beschleunigen. Gerade Gebäude in öffentlicher Hand sind oftmals sanierungsbedürftig. Doch auch die Privathaushaltekönnen sehr viel tun, um ihren Energiebedarf zu senken. Hier kann auch schon im Kleinen gespart werden, es muss nicht gleich die große Haussanierung sein: Die kleine Solaranlage auf dem Dach, der Einsatz von Energiesparlampen, der Kauf von energiesparenden Geräten.

 

Einsparen ist die einfachste Möglichkeit des kritischen Konsumierens. Einfache, sofort umsetzbare Maßnahmen sind beispielsweise: ungenutztes Licht ausschalten, Elektrogeräte ganz ausschalten und nicht auf Stand-by stehen lassen, den Computer nicht von morgens bis in die Nacht laufen lassen. Wahrscheinlich findet Ihr noch viele weitere Möglichkeiten, Energie und nebenbei auch Geld zu sparen.

 

Natürlich ist auch wichtig, welchen Strom man bezieht. Wer den Atomausstieg und den Ausbau der Erneuerbaren Energien unterstützen möchte, wechselt zu einem Ökostromanbieter. Das Wechseln geht sehr einfach, und der Strom wird auch nicht teurer, dafür jedoch umweltschonender. Eine Hilfe für den Stromwechsel bietet die KLJB-Broschüre „Gegen den Strom“.Auch die KLJB versucht schonend mit Energie umzugehen. Die Bundesstelle produziert einen Teil ihrer Energie selbst: durch eine Solaranlage auf dem Dach und ein Blockheizkraftwerk für die Heizung, welches mit Rapsöl betrieben wird. Den restlichen Strom beziehen wir von einem Ökostromanbieter. Durch einen Schalter in jedem Büro werden bei Feierabend alle Geräte komplett ausgeschaltet, und schon beim Kauf der Geräte wird auf einen niedrigen Stromverbrauch geachtet.

 

 

➔ Mehr Infos

www.atomausstieg-selber-machen.de

www.unendlich-viel-energie.de

www.die-klima-allianz.de

 

Argumentationshilfe für Erneuerbare Energien gefällig?

Die Broschüre „Gegen den Strom“ bietet Wissenswertes rund um fossile und erneuerbare Energiequellen und ermuntert zum Wechsel des Stromanbieters. Kostenlos zu bestellen an der KLJB-Bundesstelle.