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Noch nie waren wir so mobil wie in der heutigen Zeit. Mal schnell über das Wochenende mit dem Flugzeug nach London, drei Urlaubsreisen im Jahr, eine davon mindestens nach Übersee, aber auch tägliche Fahrten zur Schule oder zur Arbeit mit dem Auto – alles Selbstverständlichkeiten.
Flexibilität und Mobilität gehören gerade für junge Menschen zu den Schlüsselqualifikationen unserer Gesellschaft. Mobilität ermöglicht die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und verschafft Jugendlichen ein Gefühl von Unabhängigkeit. Bildung und soziale Kontakte können Kinder und Jugendliche fast nur erreichen und pflegen, wenn sie mobil sind.
Natürlich muss Mobilität aber auch aus der Perspektive des Kritischen Konsums betrachtet werden. Der Individualverkehr macht fast 20 Prozent aller in Deutschland entstehenden CO2-Emissionen aus. Damit nicht genug: Für Benzin, Diesel, Kerosin und Co. wird Erdöl benötigt, ein fossiler und damit endlicher Brennstoff. Neben dem hohen CO2-Ausstoß ist dies ein weiterer Grund, unsere Mobilität von Erdöl unabhängig zu machen.
14 Prozent der Konsumausgaben eines Privathaushaltes geben die Deutschen für ihre Mobilität aus. Mobilität nimmt somit den zweiten Platz ein, hinter Wohnen und knapp vor den Ausgaben für Essen und Trinken. Steigen die Kosten weiter, kann sich unsere Gesellschaft die derzeitige Mobilität bald nicht mehr leisten.
FÜR WAS SETZT SICH DIE KLJB EIN?
Verbandliches Leben heißt, mit anderen Menschen in Verbindung zu stehen. Doch wie wir uns zu ihnen hin und mit ihnen bewegen, können wir selbst entscheiden. Durch bewusste Entscheidungen gegen den Individualverkehr lassen sich die Belastungen für die Umwelt reduzieren. In der KLJB nutzen wir konsequent öffentliche Verkehrsmittel und setzen uns auch politisch für den Erhalt bzw. den Ausbau des Nahverkehrs in ländlichen Räumen ein. Wir schaffen Anreize für deren Nutzung, zum Beispiel durch die volle Kostenerstattung bei Bahnreisen. Ohne Frage: Bei dieser Selbstverpflichtung stoßen wir immer wieder an Grenzen. In Deutschland herrscht ein infrastrukturelles Ungleichgewicht zwischen städtischen und ländlichen Regionen. Statt des aktuell festzustellenden Rückzugs ist ein massiver Ausbau der Infrastruktur notwendig.
Wenn es nicht möglich ist, zu Veranstaltungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, bilden wir Fahrgemeinschaften oder organisieren einen Abholservice vom nächsten Bahnhof. Bei solchen nicht vermeidbaren Autofahrten halten wir ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen ein. Als Mitglied der Klima-Allianz fordern wir dies auch politisch. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 km/h würde den CO2-Ausstoß eines durchschnittlichen PKW auf Autobahnen um etwa neun Prozent verringern. CO2 und auch Kosten sparen können wir beispielsweise durch so genanntes Carsharing. Dabei stehen Fahrzeuge angemeldeten Personen für ein Entgelt zur Verfügung und werden von ihnen bei Bedarf genutzt. Fast alle großen deutschen Städte besitzen mittlerweile entsprechende Organisationen, aber auch in ländlichen Räumen verbreiten sich private Initiativen à la Carsharing immer mehr. Auch die Nutzung von Pendlernetzen und Fahrgemeinschaften entlastet den Individualverkehr. Längere Strecken können bei der Mitfahrzentrale eingestellt werden, um möglichst alle Plätze im Auto zu besetzen.
Da Flugreisen besonders schädlich sind, unternehmen wir keine Flugreisen, zu denen es vernünftige Alternativen gibt. Innerdeutsche Flüge sind für uns tabu, viele Urlaubsreisen in Europa können auch mit der Bahn gemacht werden. Ein Urlaubsflug in die Karibik stößt drei Tonnen CO2 aus, genauso viel, wie 20 Menschen in Tansania im gesamten Jahr verbrauchen. Unvermeidbare Flüge gleichen wir aus, zum Beispiel bei atmosfair. Passagiere zahlen dort freiwillig für die von ihnen verursachten Klimagase. Das Geld wird zum Beispiel in Solar, Wasserkraft, Biomasse- oder Energiesparprojekte investiert, um dort eine Menge Treibhausgase einzusparen, die eine vergleichbare Klimawirkung haben wie die Emissionen des Flugzeugs.
Ob im Verband oder privat – der Verkehrssektor bietet hohes Einsparpotenzial. Zum Beispiel sind über 50 Prozent aller Autofahrten in Deutschland kürzer als fünf Kilometer! Kurzstrecken lassen sich durch zu Fuß gehen oder Fahrten mit dem Fahrrad sehr leicht einsparen. So können wir alle mit kleinen Veränderungen unserer Gewohnheiten CO2 einsparen, ohne auf unsere Mobilität verzichten zu müssen. Unsere Verantwortung für den Erhalt der Schöpfung zwingt uns zu handeln. Wir dürfen unsere Erde nicht weiter belasten.
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